Geschichte

der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde in Putzkau (Brüdergemeinde)

Brüdergemeinden in Deutschland sind im 19. Jahrhundert aus Erweckungsbewegungen in den Volkskirchen entstanden. Dabei gab es verschiedene Entwicklungsrichtungen.

Die Gründung unserer Gemeinde geht vor allem auf eine Frau zurück: Martha Dreßler, Mühlenbesitzerin und sehr beliebt in Putzkau.

Sie lud zu „Stubenversammlungen“ – ähnlich den heutigen Hauskreisen- in ihr Haus ein. Da sie nach dem Tod ihres Mannes die Mühle nicht mehr unterhalten konnte, kaufte Martha das Grundstück in der heutigen Zittauer Straße 18. Mit ihr zog auch die Stubenversammlung um.

Zittauer Str. 18 heute

Zittauer Str. 18 damals

Martha Dreßler kam auf die Idee, Evangelisationsabende im Putzkauer Erbgericht zu gestalten. Bei diesen Veranstaltungen fanden 25 Besucher zu Jesus Christus. Darunter war auch ein junger Mann mit Namen Willy Paul. Als schließlich die Stubenversammlung zu klein wurde, nahm man einen Anbau in Angriff-während der Weltwirtschaftskrise kein leichtes Projekt. Doch die Gemeinden in Dresden und Großröhrsdorf unterstützten die Putzkauer fleißig. Auch Willy Paul, der damals schon einen kleinen Handel mit Eigenherstellung von Kunstblumen betrieb, setzte seine Ersparnisse mit ein. Er bat darum, noch eine Etage als Produktionsraum auf das Gebäude setzten zu dürfen. So konnte der Bau 1928 mit viel Unterstützung fertiggestellt werden.

Durch die politischen Verhältnisse im 3. Reich wurden Strukturveränderungen notwendig. Es kam zur Bildung des Bundes Evangelisch- Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechtes (K.d.ö.R.). Diese Form hat bis heute noch Bestand.

nach 1945

UNSERE GEMEINDE IN DER DDR:
Gottesdienst wurde jeden Sonntag am Vormittag und am Nachmittag gefeiert, die Mahlfeier fand 14-tägig statt. Den Predigtdienst übernahm einer der Brüder, der sich berufen fühlte und dazu bereit erklärte. In den sogenannten Mittwochstunden wurde in Gottes Wort geforscht und gebetet. Dabei tauschten sich hauptsächlich die Männer über die Bibelstellen aus. Es fand jede Woche ein Kindergottesdienst im Betrieb der Familie Paul statt. Gerne wurden die Veranstaltungen der Versammlung in Bischofswerda besucht, da dort auch mehr Räume zur Verfügung standen.

Die Gemeinde bestand damals aus circa 50 Mitgliedern, die nicht nur aus Putzkau, sondern auch aus Neukirch und sogar aus Wilthen kamen.

Als Versammlungsort dienten schon damals die Räume in der Zittauer Straße 18, die von Martha Dreßler zur Verfügung gestellt wurden. Der Gemeindesaal war jedoch nur halb so groß wie heute. Durch Luken in der Decke konnte man in den anderen Räumen die Predigt mithören.

Gerhart Köhler

Willy Paul

Der Leiter der Gemeinde war Willy Paul, der diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen 1970 an Gerhart Köhler übergab.

Es fanden auch Freizeiten für Kinder statt, doch aufgrund der politischen Situation konnte der Betrieb nicht mehr für christliche Zwecke geöffnet werden. Daraufhin entstanden die ersten Freizeitheime.

Für die musikalische Gestaltung sorgte ein Chor, der von Annegret Hahnewald gegründet und geleitet wurde. „Er ist zwar sehr klein, aber ein guter Anfang“, meinte sie zu ihrer Arbeit. Die Gemeindelieder wurden auf dem Harmonium und später auf einer Elektroorgel begleitet.

Im Ort war die Gemeinde als „die heil‘ge Geige“ bekannt. Trotzdem versuchten die Versammlungsmitglieder, die Putzkauer mit der guten Nachricht der Bibel zu erreichen. Willy Paul, der mit der Bibel sehr vertraut war, lud häufig zu Andachten ein.

Außerdem gab es viele Evangelisationen. Das waren Vortragsabende mit Gastrednern, bei denen zahlreiche Menschen aus dem Ort zum Glauben an Jesus Christus fanden. Meist war der Raum dabei bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das Gemeindeleben war trotz politischer Einschränkungen sehr vielseitig. Es entstand sogar eine Jugendarbeit.

1999

Im Jahr 1999 hat die Gemeinde das Grundstück mit dem Versammlungsraum an der Zittauer Straße 18 nach über 70 jährigem Mietverhältnis übernommen.

2000

Eine grundhafte Sanierung mit Ausbau fand im Jahr 2000 statt. Vieles ist mit eigenen Kräften geschaffen und durch die Gemeinde finanziert worden. Baustart war im März und schon die Weihnachtsfeier 2000 fand in den neuen Räumen statt.  Durch den Anbau entstanden äußere Möglichkeiten für die Gemeindearbeit sowie Jugend- und Kinderveranstaltungen.

2018

Die Gemeinde feiert am 18.08. ihr 90-jähriges Bestehen.


 

 

 

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